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26.– 27.Januar 2018

THEMA: »Experiment Demokratie - Zu den Einflüssen der parlamentarischen Demokratie auf die Praxis der Organisationen der Arbeiterjugendbewegung in der Weimarer Republik«

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Im Jahr 2018 jähren sich die Ereignisse um die Novemberrevolution 1918 zum einhundertsten Mal. Für die einen verbindet sich damit der Gewinn einer parlamentarischen Demokratie, die für ihre Zeitgenoss*innen neue  Möglichkeiten demokratischer Mitbestimmung bereithielt. Für die anderen bedeuten die Folgen der Revolution und die damit verbundene  im August 1919 eingeführte Weimarer Verfassung hauptsächlich das Scheitern der von sozialistischen Ideen geprägten Ziele. Die Auseinandersetzungen zwischen den räteorientierten und parlamentarischen sowie reaktionären demokratiefeindlichen Kräften der Revolutionsmonate wirkten sich schließlich auch auf die Organisationen der Arbeiterjugendbewegung aus.

 

Deren organisatorische Entwicklung fand stets parallel zu parteipolitischen Ausformungen statt. So wurden die Aufgaben der mehrheitssozialdemokratischen Jugend, die sich in Erziehung und Bildung erschöpften, zwar auf der Konferenz der Arbeiterjugendvereine im Mai 1919 festgelegt, mussten jedoch vom Parteitag der SPD einen Monat später noch bestätigt werden. Doch vorerst blieb das jugendliche Selbstverständnis kulturell ausgerichtet und parteipolitisch abgewandt. Durch die Einflüsse der SPD sollte sich nach und nach eine parteizugewandte Politisierung in den Kreisen der Arbeiterjugend einstellen.

Im Rahmen der Jahrestagung  wird der Blick auf die Auswirkungen des parteipolitischen Kräftemessens auf das bildungs- und kulturpolitische Selbstverständnis und der damit verbundenen Praxis der 1922 gegründeten Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) und den aus mehreren sozialdemokratischen Organisationen ins Leben gerufenen „Kinderfreunden“ in der Zeit der Weimarer Republik gerichtet. Der Titel „Experiment Demokratie“ verweist dabei auf den Versuchscharakter demokratische Rechte und Möglichkeiten in deren täglichen Arbeit umzusetzen, und dabei nicht zwangsläufig auf programmatische Grundlagen zurückgreifen zu können. So verkörpert die aus der Reformidee geborene Heimvolkshochschule Tinz als sozialistische Arbeiterhochschule ein solches Experiment, in der Frauen und Männer der SAJ der Zugang zu besseren Bildungschancen ermöglicht und u.a. Kurse zum Einüben demokratischer Verhaltensweisen in Gruppen angeboten werden sollten. Diese europaweite pädagogische Reformbewegung prägte außerdem nachhaltig das Erziehungsverständnis und Praxis der „Kinderfreunde“. Sie betonten die Wichtigkeit der Einübung (politischer) Entscheidungen nach dem demokratischen Prinzip in Parlamenten und setzten dieses unter dem Motto „Erziehung zur Demokratie“ in den Kinderrepubliken und ihrer täglichen emanzipatorisch angelegten Gruppenarbeit um. Die Tagung greift eben solche „Praxisexperimente“ auf und stellt die Frage, inwieweit die neu implementierten parlamentarischen Entscheidungsstrukturen spürbar die Praxis der Organisationen der Arbeiterjugendbewegung und Kinderfreunde beeinflussten. Außerdem soll der gegenwärtige Blick auf die Aktualität von Demokratieverständnis und Demokratiedefizit gelenkt, und darüber mit Aktiven der sozialistischen Jugendverbandsarbeit reflektiert werden.


 

 

 




 

 

 

 

 

 

 

 

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