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Ausgabe 2007-2Ausgabe 2007-2

          

Ausgabe 2015-2Ausgabe 2015-2

Die Mitteilungen des Archiv der Arbeiterjugendbewegung gibt es seit das Archiv in Oer- Erkenschwick seine Arbeit aufgenommen hat. Zunächst sind die Mitteilungen als Beilage in der Zeitschrift "Schlaglichter" des Falkenverbandes erschienen.

Die Mitteilungen des Archiv der Arbeiterjugendbewegung gibt es kostenlos für die Förderer*innen und Unterstützer*innen sowohl in der klassischen Papierform nach Hause geschickt als auch im PDF- Format per Email.

Sie möchten die Mitteilungen des Archiv der Arbeiterjugendbewegung näher kennenlernen?

Schicken Sie uns eine Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! des Archiv.

Auszüge aus den Editorials unserer Mitteilungen gibt hier.

     

mitteilungen-2014-2-klEditorial

Das Jahr 2014 war ein Jahr der Jahrestage: 100 Jahre Ausbruch des Ersten Weltkrieges, 75 Jahre deutscher Überfall auf Polen und damit Beginn des 2. Weltkrieges und am 9. November 2014 der Tag an dem vor 25 Jahren die Mauer fiel und an dem wie in jedem Jahr der brutalen Zerstörung jüdischen Lebens in der Reichsprogromnacht zu gedenken ist. Alle diese Jahrestage haben jedoch einen Mangel: Die Frage, wie an sie zu erinnern ist und an was die heute Lebenden für Schlüsse daraus ziehen, kam zu kurz. In einem gelungenen Coup der Medien setzte sich Christopher Clarks Schlafwandler an die Spitze der Erinnerungsdebatte des Ersten Weltkrieges mit einer These, die als Relativierung der deutschen Verantwortung für den Kriegsausbruch gelesen und verstanden wurde. Gedenken fand weniger in Deutschland und dafür mehr in Frankreich, Belgien und England statt.

Die Erinnerung an den Überfall Nazideutschlands auf Polen mit all seinen Brutalitäten und Verbrechen bestimmte das polnische Gedenken, fand aber kaum im deutschen Erinnerungsraum statt. Beide Ereignisse gaben zudem Anlass zu aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine Stellung zu beziehen, ohne dass diese Verbindungslinien überhaupt zwingend zu ziehen wären.

2 2015Editorial

Viel ist von Generationen die Rede. Mit Generationengerechtigkeit wird neoliberale Sparpolitik, wie ich meine, zu Lasten der gegenwärtigen und künftigen Generationen legitimiert. Das Rentensystem gründet auf dem Generationenvertrag. Das Verhältnis von Alt und Jung wird oft mit dem Generationenkonflikt umschrieben. Die Bezüge zwischen dem Verhältnis der Generationen und der Jugendbewegung scheinen eine Selbstverständlichkeit zu sein.Welche Bedeutung jedoch der Generationenbegriff für die historische Jugendforschung tatsächlich haben kann, war Thema eines Symposions für Jürgen Reulecke am Haus der Geschichte des Ruhrgebietes, wozu wir hier veröffentlichen. Alexander Schwitanski, uns allen als langjähriger Leiter unseres Archivs bekannt, geht in seinem Referat der Frage nach, welche Bedeutung denn der Generationenbegriff genau für die historische Jugendforschung haben kann. Sein Fazit ist ebenso präzise wie ernüchternd. Ein undifferenzierter und unhistorischer Gebrauch der Generation hat keinen Erkenntniswert, machen doch nicht alle Menschen zur gleichen Zeit die gleichen oder ähnliche Erfahrungen.
Auch der in der Forschung gebrauchte Begriff der Alterskohorte taugt wenig, sind soziale Lage aber auch Biographie und subjektive Selbstverortung zu unterschiedlich. Erst der – wie ich meine übersetzungsbedürftige – Begriff der Generationalität eröffnet – so Schwitanski – verschiedene Zugänge zur Erforschung von Jugendbewegung. Fragt er doch nach den »zeitbedingten Anteilen in der Identität von Menschen« und setzt auf »eine Annäherung an die subjektive Selbst- und Fremdverortung von Menschen in ihrer Zeit und damit verbundene Sinnstiftungen«. Die Beiträge von Katarzyna Nogueira zu den jugendlichen Subkulturen im Ruhrgebiet und von Knud Andresen zur Politisierung der Gewerkschaftsjugend 1968 werfen die Frage auf, wie sich junge Menschen im Kontext ihrer Zeit und ihrer Region verorten oder auch verortet werden. Die literarischen Gedanken von Rainer Holl und Coo Pajaro über Moderne Arbeit bringen eindrücklich die unterschiedlichen Erfahrungen der Brüche in der Arbeitswelt zwischen dem gesicherten Normalarbeitsverhältnis und der neuen selbstbestimmteren und prekären Arbeit heute zum Ausdruck.

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