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mitteilungen-2014-2-klEditorial

Das Jahr 2014 war ein Jahr der Jahrestage: 100 Jahre Ausbruch des Ersten Weltkrieges, 75 Jahre deutscher Überfall auf Polen und damit Beginn des 2. Weltkrieges und am 9. November 2014 der Tag an dem vor 25 Jahren die Mauer fiel und an dem wie in jedem Jahr der brutalen Zerstörung jüdischen Lebens in der Reichsprogromnacht zu gedenken ist. Alle diese Jahrestage haben jedoch einen Mangel: Die Frage, wie an sie zu erinnern ist und an was die heute Lebenden für Schlüsse daraus ziehen, kam zu kurz. In einem gelungenen Coup der Medien setzte sich Christopher Clarks Schlafwandler an die Spitze der Erinnerungsdebatte des Ersten Weltkrieges mit einer These, die als Relativierung der deutschen Verantwortung für den Kriegsausbruch gelesen und verstanden wurde. Gedenken fand weniger in Deutschland und dafür mehr in Frankreich, Belgien und England statt.

Die Erinnerung an den Überfall Nazideutschlands auf Polen mit all seinen Brutalitäten und Verbrechen bestimmte das polnische Gedenken, fand aber kaum im deutschen Erinnerungsraum statt. Beide Ereignisse gaben zudem Anlass zu aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine Stellung zu beziehen, ohne dass diese Verbindungslinien überhaupt zwingend zu ziehen wären.

Ganz anders gehen nun die Falken, die Jugendverbände des Deutschen Bundesjugendringes und hoffentlich auch die Politik und die Medien mit dem 2015 zu erwartenden Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung von der Nazi-Diktatur um.

Vor dem Hintergrund der NSU Morde, des in Europa und auch in Deutschland anwachsenden Rechtspopulismus, Rassismus und Antisemitismus gehen sie dorthin, wo sie an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen erinnern: nach Auschwitz. Diese Gedenkstättenfahrten in der Tradition der SJD – Die Falken waren und sind mehr als nur historische Erinnerung.

Sie sind ein politisches Zeichen und zugleich eine pädagogische Herausforderung. Worin dieses Zeichen und diese Herausforderung liegen, wie in Israel selbst des Holocaust und des Widerstandes gedacht wird, welche Bedeutung die Lesekultur für die Erinnerung haben kann und wie sich auch der eigenen Geschichte und ihrer Persönlichkeiten zu nähern ist, dazu liefern die Beiträge dieser Mitteilungen sehr lesenswerte Beiträge. Wie aus Sicht von Historiker*innen und der aktuellen Gedenkarbeit in den Jugendverbänden und Gedenkstätten dieses Thema bearbeitet werden kann, ist Thema unserer Archivtagung am 23. und 24. Januar 2015, der sich am 25. Januar 2015 unsere Mitgliederversammlung anschließt. Dazu lädt der Vorstand des Förderkreises herzlich ein.

Freundschaft! Wolfgang Uellenberg-van Dawen

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